Ich bin der Afrikaner

Ich bin der Afrikaner

Der Afrikaner

Der Afrikaner ist für die einen etwas Besonderes, für die anderen der Dunkelhäutige, wiederum für andere einfach nur der Schwarze. Die einen sehen deinen Wert. Sie sehen dich, erkennen deine Fähigkeiten, deine Talente und deine Begabung.

Andere sehen das alles nicht. Egal, wie sehr du dich bemühst, wie hart du auch kämpfst und wie viel du gibst – für sie bist du nur der Afrikaner.

Manchmal reicht ein Blick, ein Satz oder eine Bemerkung, um dir zu zeigen, wie ein Mensch über dich denkt. Du kannst gebildet sein, erfolgreich sein, hart arbeiten und trotzdem das Gefühl bekommen, dass all das plötzlich keine Rolle mehr spielt. Nicht weil du nichts erreicht hast, sondern weil manche Menschen zuerst deine Hautfarbe und erst danach den Menschen sehen.

Eine Welt, die mich nicht sieht

Es gibt Momente, in denen ich mich frage: Was muss ich eigentlich noch tun, damit man mich einfach als Menschen sieht?

Nicht als den Schwarzen. Nicht als den Ausländer. Nicht als den Afrikaner, über den man schon eine Meinung hat, bevor man überhaupt ein Wort mit ihm gesprochen hat. Einfach als Menschen.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Du kommst irgendwo hinein und merkst sofort, dass du anders wahrgenommen wirst. Du musst nichts gesagt haben. Du musst nichts getan haben. Trotzdem hast du das Gefühl, dich erst beweisen zu müssen.

Und genau das kann müde machen.

Denn niemand möchte sein ganzes Leben damit verbringen, anderen zu beweisen, dass er intelligent, freundlich, talentiert oder wertvoll ist. Irgendwann verstehst du, dass dein Wert nicht davon abhängig sein darf, ob andere Menschen bereit sind, ihn zu erkennen.

Ich bin Afrikaner. Aber dieses Wort ist keine Begrenzung meiner Persönlichkeit. Es erzählt einen Teil meiner Geschichte, meiner Herkunft und meiner Wurzeln. Es bestimmt jedoch nicht, was ich erreichen kann.

Vergiss niemals, wer du bist

Es wird Menschen geben, die versuchen, dir zu erklären, wer du bist.

Hör ihnen nicht immer zu.

Denn wenn du nicht weißt, wer du bist, wirst du irgendwann anfangen, dich mit den Augen anderer Menschen zu betrachten.

Vergiss niemals, woher du kommst. Vergiss nicht die Menschen, die vor dir gekommen sind. Menschen, die unter schwierigsten Bedingungen weitergemacht haben. Menschen, die Familien aufgebaut, Unternehmen gegründet, Kunst geschaffen, Musik gemacht, Bücher geschrieben und Generationen geprägt haben.

Der Afrikaner ist nicht nur das Bild, das andere von ihm zeichnen.

Afrika besteht nicht nur aus Armut, Problemen, Krieg oder den Bildern, die uns jahrelang gezeigt wurden. Hinter diesem Kontinent stehen unzählige Kulturen, Sprachen, Geschichten, Traditionen und Menschen mit Träumen.

Du musst deine Herkunft nicht verstecken, um irgendwo hineinzupassen.

Sei stolz auf das, was du bist

Stolz bedeutet nicht, sich über andere Menschen zu stellen.

Stolz bedeutet, dass du dich nicht kleiner machst, nur damit andere sich größer fühlen können.

Sei stolz auf deine Haut. Sei stolz auf deine Wurzeln. Sei stolz auf deine Familie, deine Geschichte und auf den Weg, den du gegangen bist.

Als Afrikaner musst du nicht perfekt sein, um stolz auf dich sein zu dürfen.

Du darfst Fehler machen. Du darfst scheitern. Du darfst manchmal nicht wissen, wohin dein Weg führt. Deine Herkunft verpflichtet dich nicht dazu, ständig stark zu sein.

Aber lass dir niemals einreden, dass deine Herkunft etwas ist, wofür du dich schämen musst.

Vielleicht wirst du manchmal unterschätzt. Vielleicht wird jemand deine Fähigkeiten anzweifeln. Vielleicht musst du für eine Chance härter kämpfen als jemand anderes.

Aber genau dann solltest du dich daran erinnern: Die Meinung eines anderen Menschen ist keine Definition deiner Möglichkeiten.

Der Afrikaner, der Geschichte schreibt

Der Afrikaner

Geschichte wird nicht nur von berühmten Menschen geschrieben.

Geschichte entsteht jeden Tag.

Der Afrikaner, der als Erster in seiner Familie studiert, schreibt Geschichte. Die Afrikanerin, die ihr eigenes Unternehmen gründet, schreibt Geschichte. Der Vater, der seinen Kindern Möglichkeiten gibt, die er selbst niemals hatte, schreibt Geschichte. Die Mutter, die trotz aller Schwierigkeiten ihre Familie zusammenhält, schreibt Geschichte.

Auch du kannst Geschichte schreiben.

Vielleicht wird dein Name niemals in einem Geschichtsbuch stehen. Vielleicht werden Millionen Menschen niemals erfahren, wer du bist. Das bedeutet aber nicht, dass dein Leben keine Bedeutung hat.

Du kannst derjenige sein, der in seiner Familie etwas verändert. Derjenige, der einen neuen Weg geht. Derjenige, der nicht aufgibt, obwohl andere längst aufgehört haben, an ihn zu glauben.

Lass dich deshalb niemals darauf reduzieren, „nur der Afrikaner“ zu sein.

Wenn jemand in dir nur deine Hautfarbe sieht, ist das seine Begrenzung – nicht deine.

Der Afrikaner

Du bist deine Gedanken. Deine Entscheidungen. Deine Fehler. Deine Träume. Deine Arbeit. Deine Fähigkeiten. Deine Vergangenheit und das, was du aus deiner Zukunft machst.

Und vielleicht werden manche Menschen deinen Wert niemals erkennen.

Das ist in Ordnung.

Denn irgendwann geht es nicht mehr darum, von jedem gesehen zu werden. Es geht darum, selbst zu wissen, wer man ist.

Sei stolz auf deine Wurzeln. Sei stolz auf deinen Weg. Arbeite an dir, entwickle deine Fähigkeiten und lass dich nicht von den Vorstellungen anderer Menschen einsperren.

Denn der Afrikaner ist nicht nur jemand, über den Geschichte geschrieben wurde.

Der Afrikaner schreibt seine eigene Geschichte.


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